Relief, Klima und Vegetation .

Nicht umsonst trägt das Land Kamerun den Beinamen „Afrique en miniature“. Alles, was die Geographie in Afrika zu bieten hat, findet sich im Kleinen in Kamerun wieder: Die Nord-Süd-Ausdehnung Kameruns überschreitet mehrere Klima- und Vegetationszonen. So bietet Kamerun ein regenreiches Küstentiefland mit riesigen Urwäldern, eine zentrale Hochebene sowie die halbwüstenartigen Trockengebiete im äußersten Norden. In einem einzigen Land Afrikas kann man beim Durchreisen fast alle Landschafts- und Lebensräume dieses Kontinents kennen lernen – von den Mangrovensümpfen im Süden bis hin zur trockenen Sahelzone im äußersten Norden.
Kamerun wird im Westen vom Atlantik bis hoch in den Norden des Landes von einer vulkanisch geprägten Gebirgskette bestimmt, dessen höchste Erhebung im äußersten Süden an der Atlantikküste der Mount Cameroon (4095 m) ist. Dies ist zugleich die höchste Erhebung des Landes und ein immer noch aktiver Vulkan, letzter Ausbruch fand im Jahr 2000 statt.

Das Landesinnere Kameruns besteht vorwiegend aus flachen Plateaus, die sich nach Norden zum Adamaoua-Hochland erheben, um dann allmählich wieder zur Niederung des Tschadsees im äußersten Norden abzufallen und im nördlichsten Teil des Landes in die staubige Sahelzone überzugehen. Aber auch im äußerst trockenen Norden finden sich im Westen, an der Grenze zu Nigeria, mit den Mandara-Bergen das letzte Glied der kamerunischen Gebirgskette.
Die Plateaus im Süden des Landes sind mit Regenwald bedeckt und senken sich zu den breiten Ebenen der Küstenregion ab.
Das tropische Klima Kameruns lässt sich grob in drei Zonen unterteilen:
• Im Norden des Landes herrscht wechselfeuchtes Tropenklima vor mit einer Trockenzeit von Oktober bis April und einer durchschnittlichen Niederschlags- menge von ca. 700 mm pro Jahr während der Regenzeit von Mai bis September. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 32,5 °C .
• Im sich nach Süden anschießenden inneren Hochland liegt die durchschnittliche Jahrestemperatur bei 22°C und es fallen Niederschläge von 1500 bis 1600 mm pro Jahr. Hier vollzieht sich der Wechsel von den Savannen des Nordens zum Regenwald des Südens. Das Westkameruner Bergland weist eine konstante durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge zwischen 2000 und 11000mm auf. Dort, wie auch in der südlich gelegeren Plateauflächen kommt es zu einer „Trockenzeit“ zwischen Dezember und Januar, die allerdings auch nicht ganz regenfrei ist.
• Die Küstenebene im Süden hat äquatoriales Klima mit Niederschlägen zwischen 1500 und 2000 mm und einer Durchschnittstemperatur von 25°C. Hier gibt es dichten tropischen Regenwald. Die trockeneren Monate sind hier Dezember und Januar. Die Gegend an den südlichen Ausläufern des Mount Cameroon verzeichnet die höchste Jahresniederschlagsmenge Kameruns von bis zu 11000 mm jährlich und gehört somit zu den regenreichsten Gebieten der Erde.
Rohstoffe .
Bevölkerung .

Ethnisch gliedert sich Kamerun in rund 300 verschiedenen Volks- und Sprachgruppen von den Sudan-Sahel-Völkern im Norden bis hin zu den Waldvölkern im Süden des Landes. Verschiedene Ethnien müssen auch grenzüberschreitend betrachtet werden, eine Folge der kolonialen Grenzziehung.
Die zahlenmäßig stärksten Volksgruppen Kameruns mit jeweils rund 20 % Anteil an der Gesamtbevölkerung bilden die Bamiléké, deren Hauptort die Stadt Bafoussam ist, und die Duala. Der südliche Regenwald ist auch Lebensraum einiger Tausend Pygmäen. Am dichtesten besiedelt ist das Grasland der Bamileke, die Küstenprovinz um die Hafenstadt Douala sowie das Gebiet um die Hauptstadt Yaoundé. Demgegenüber sind die Mitte und der Südosten des Landes menschenarm.
Sprachen .
Die Zahl der in Kamerun gesprochenen Sprachen entspricht der Vielzahl der dort ansässigen Volksgruppen. Amtssprachen sind Französisch und Englisch, entsprechend der Verwaltungsdistrikte nach dem Ersten bzw. Zweiten Weltkrieg (Völkerbundsmandate/UNO-Treuhandschaft). Die Hauptsprachen des Nordens sind Fulfulde, Kanuri, die Kotoko-Sprachen und Shuwa. Im Süden sind es überwiegend Bantusprachen, darunter Beti, Ewondo, Bulu und Fang: Über 20% sprechen sudanische und Az-Sande-Sprachen. Der Rest der Bevölkerung, im Grasland Westkameruns, spricht die Sprachen der Semibantu.
Religion .

Rund die Hälfte der Kameruner bekennt sich zum Christentum, davon jeweils zur Hälfte zum Katholizismus und zum Protestantismus. Rund 20 Prozent sind Muslime und die restliche Gruppe bekennt sich zu traditionellen Glaubensausrichtungen. Die meisten Muslime leben in den nördlichen Regionen Kameruns. Zahlenmäßig sind die Muslime nur im Norden des Landes in der Mehrheit. Ein überwiegender Teil der christlichen Bevölkerung pflegt nach wie vor ebenfalls lokale animistische Bräuche. Die Kameruner Baptisten unterhalten seit über 100 Jahren enge Beziehungen zum deutschen Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und sind in Kamerun traditionell stark engagiert.
Geschichte .
Der europäische Einfluss in Kamerun begann 1472 mit der Ankunft portugiesischer Seeleute an der Küste des Landes. Um 1520 begann ein Handel mit den Portugiesen, insbesondere mit Elfenbein, Palmöl und Zuckerrohr; auch Sklavenhandel wurde betrieben. Ab 1820 wurde der Sklavenhandel verboten und Sklavenhändler verfolgt.
1968 begann mit der Errichtung von Handelsniederlassungen an der Mündung des Wouri-Flusses der Einfluss des Deutschen Reiches auf Kamerun und wurde immer stärker. Mit den am 14. Juli 1884 zwischen den Königen von Duala und anderen regionalen Herrschern und dem deutschen Generalkonsul Gustav Nachtigal als kaiserlichem Kommissar geschlossenen Schutzverträgen wurde Kamerun so genanntes „deutsches Schutzgebiet“. Die tatsächliche Inbesitznahme des Hinterlandes vollzog sich allerdings erst in den darauf folgenden 30 Jahren und war bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges noch nicht endgültig abgeschlossen. Durch den Versailler Vertrag von 1919 ging Kamerun offiziell in den Besitz des Völkerbundes über, der wiederum ein Mandat zur Verwaltung an Großbritannien und Frankreich gab, wobei letzteres vier Fünftel des Territoriums erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Völkerbundmandate durch die UNO in Treuhandmandate umgewandelt mit dem Ziel der allmählichen Selbstverwaltung des Gebietes. In den Jahren bis 1957 kam es immer wieder zu Unruhen.
Das ehemalige französische Ost-Kamerun ist seit dem 1. Januar 1960 unabhängig, das britische West-Kamerun folgte im Oktober 1961.
Verwaltung .
Kamerun gliedert sich in zehn Provinzen:
Adamaoua/Adamwa (Hauptstadt: Ngaoundere)
Centre (Hauptstadt: Yaoundé)
Est/East (Hauptstadt: Bertoua)
Extrême Nord/Extreme North (Hauptstadt: Maroua)
Littoral (Hauptstadt: Douala)
Nord/North (Hauptstadt: Garoua)
Nord-Ouest/Northwest (Hauptstadt: Bamenda)
Sud/South (Hauptstadt: Ebolowa)
Sud-Ouest/Southwest (Hauptstadt: Buea)
Ouest/West (Hauptstadt: Bafoussam)
Wirtschaft .

• Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Kameruns betrug im Jahr 2004 rund 12,7 Mrd Euro (2002: 7,5 Mrd Euro) und das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Einwohner liegt bei etwa 780 Euro (2002: 500 Euro). Aber: Der Anteil der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, ist hoch. Rund 17 % der Bevölkerung haben weniger als einen US$ pro Tag zur Verfügung. Rund 50 % der Bevölkerung müssen mit weniger als zwei US$ pro Tag auskommen. Das Armutsgefälle zwischen Stadt und Land und auch zwischen verschiedenen Regionen ist hoch.
• Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes wird erwirtschaftet : zu rund 44 % von der Landwirtschaft, zu 15% vom sekundären Sektor und zu etwa einem Drittel vom tertiären Sektor. Rund 60% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft tätig. Diese Zahl ist in den letzten Jahren leicht rückläufig.
• Ganz konkret kann die Arbeitslosigkeit in Kamerun nicht erfasst werden. Sie lag im Jahr 1992 bei durchschnittlich 25 % der Bevölkerung.
• Die Inflation wuchs von 1,9 % in 2005 auf 5,4 % in 2006.
• Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für das Gesundheitswesen bei 3%, für das Bildungswesen bei 12% und für das Militär bei 10%.
• Ein weit verbreitetes Problem im Land ist die Korruption. 2006 belegte Kamerun den Platz 138 von insgesamt 163 Ländern auf der Weltrangliste von Transparency International (je höher die „Platzzahl“, desto höher die Korruption im Land). Die in Kamerun für Korruption benutzen Begriffe sind vielfältig: Gombo, bière, taxi, carburant, motivation, „le tchoko“ und andere.
