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Weltwärts-Freiwillige bei der Arbeit .  

Leo, die als Weltwärts-Freiwillige für die Organisation UAC (United Action for Children) in Buea arbeitet, leitet Schüler bei ihren ersten Schritten im Informatikbereich an. Mit sehr viel Neugierde entdecken die Kinder diese Mikro-Computer. Denken Sie selbst an Ihre eigenen ersten Schritte in der Welt von Mäusen, Keyboards, software, hardware etc., dann können Sie auch besser die Herausforderungen verstehen, denen sich diese jungen Menschen stellen.

Schreiben lernen

Schreiben zu lernen ist kein keine einfachere Aufgabe. Maggi leitet die Kinder an, wie man Papier und Stift zur Kommunikation benutzen kann. Ohne diese Übung würden später mit Sicherheit keine Liebesbriefe verfasst werden. Mit sehr viel Vergnügen beobachte ich das Engagement und den Einsatz der jungen Weltwärts-Freiwilligen bei ihren verschiedenen Aktivitäten innerhalb ihrer Partnerorganisationen.

Jean Claude Tsafack, Einheimische Fachkraft des Freiwilligenprogramms Weltwärts, Region Südwest, Kamerun

Der Besuch Ban Ki Moons im Radio Femme in Mbalmayo .  

Große und kleine Dinge vermischen sich selten. So war auch der Besuch des großen Namens in der kleinen Organisation vollkommen unerwartet.

Das Radio Femme in Mbalmayo wurde 1998 von engagierten Frauen der Region Nyong et So’o mithilfe der finanziellen Unterstützung der UNESCO ins Leben gerufen. Im September 2000 wurde die erste Sendung ausgestrahlt und seitdem entwickelte sich das Radio zu einem angesehenen Etablissement. Als erstes der 21 von der UNESCO gegründeten „Radio Communautaire“, funktioniert Radio Femme nach wie vor am effizientesten und trägt, wie alle anderen ‚Gemeinschaftsradio-Stationen‘, insbesondere zur Aufklärung der Bevölkerung in den jeweils relevanten Themenbereichen bei. Seit über zehn Jahren unterrichtet das Radio die umliegende Bevölkerung über Gesundheit und Hygiene, über Landwirtschaft und neue Techniken der Kultivierung, über Menschenrechte und Methoden der Armutsbekämpfung.

Seitdem die drei Jahre andauernde monetäre Unterstützung der UNESCO ausgelaufen ist, überlebt das Radio mit Hilfe kleiner finanzieller Spritzen. Wie zum Beispiel auch die Aufnahme des Radios als Partnerorganisation in das Weltwärts Program durch den DED. Doch auch trotz der gelegentlichen Subventionen vergehen zehn Jahre nicht, ohne Wunden zu hinterlassen. In diesem Falle die Folgenden: Schimmelnde Wände, ein ansehnlicher See im Foyer nach jedem Schauer, freie Sicht auf den Himmel im Studio, streikende Apparaturen, Mitarbeiter, die unfreiwillig zu Ehrenamtlichen wurden.


Und dann wurde der hohe Besuch angemeldet. Ban Ki Moon, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, sollte kommen. Innerhalb zwei kurzer Wochen durchlief die Radiostation die Geschichte des hässlichen Entleins. Um der Rolle als Vorzeigeradio auch äußerlich gerecht zu werden, wurde das Gebäude in fünf Tagen durchgehender Arbeit komplett renoviert.

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen besuchte „Le Président des Présidents“ am 10. Juni 2010 das Radio Femme von Mbalmayo und dann endlich vermischte sich einmal Großes mit Kleinem. Schon in der Früh wurden die Straßen abgesperrt und die Geschäfte zugesperrt. Ab elf Uhr durfte nur noch eine kleine Gruppe Auserwählter innerhalb des Gebäudes bleiben, während draußen die Gäste das Gelände nicht mehr verlassen durften.

Um vierzehn Uhr kam Ban Ki Moon. Vor dem Radio empfing ihn der Bürgermeister Mbalmayos mit Blumen und einer Rede, anschließend wurde er von der Chefin der Station, Irene Mbazoa, durch die renovierten Räume geführt. Auf Ewondo, der Lokalsprache, grüßte er durch das Radio Mbalmayo. Der Besuch überschritt kaum eine Stunde, doch das Echo war riesig. Meine Kollegen und ich hatten die Tage sowie Nächte zuvor ununterbrochen an den Vorbereitungen gearbeitet, von den vorangehenden Jahren ihres unermüdlichen, doch oft weder gewürdigten noch entlohnten Einsatzes ganz zu schweigen. Für viele war es ein Zeichen Gottes. Eine Belohnung für ihre Mühen, und auch ich möchte hoffen, dass der sehr persönliche Empfang durch Mme Mbazoa, das Geschenk - ein hölzernes Mikrofon - und das Freudenfeuer aller Involvierten dazu beigetragen hat, dass der Besuch auch für die Gäste, für Ban Ki Moon und seine Delegation, mehr als nur ein schnell vergessener Punkt auf der Tagesordnung war.

Die Zukunft des Radios ist noch lange nicht gesichert, doch der hohe Besuch hat sowohl das Gebäude als auch die Moral zumindest kurzfristig gerettet.

Text und Bild: Katharina Nicolai, weltwärts-Freiwillige bei Radio Femme in Mbalmayo

Benefizkonzert für Kinder in Kamerun .  

Niels Stöber arbeitet seit September 2008 als weltwärts- Freiwilliger im Youth Outreach Programme Cameroon in Bamenda. Im Juni organisierte er gemeinsam mit einem Freund in Deutschland ein Benefizkonzert zugunsten verschiedener Projekte in Kamerun. Die gesammelten Spenden beliefen sich auf insgesamt 3420 EURO!

Mehr Informationen über das Konzert und die Arbeit von Niels finden Sie unter:

http://helepforchildren.blogspot.com/

 

Weltfreiwilligentag, 05. Dezember 2008 .  

Anlässlich des Weltfreiwilligentags am 05. Dezember 2008 haben einige Freiwillige einen kurzen Rückblick auf ihre bisherigen Erfahrungen als Freiwillige/r in Kamerun verfasst.

Vom Schüler zum Lehrer – Mein Computerunterricht .  

Jannik Marten, Freiwilliger bei der Organisation „United Action for Children", einer Einrichtung zur Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in Buea, schreibt folgendes:

13 Jahre Schule waren für mich scheinbar noch nicht genug, sodass ich mich nach meinem Abitur erneut in einer Schule einfand. Diesmal allerdings in getauschten Rollen, an die, sowie an das völlig andere Umfeld, ich mich erst mal gewöhnen musste. In einer Schule in Buea (Kamerun) sollte ich den Schülern der Klassen 5 und 6 gemeinsam mit einer anderen Freiwilligen sowie einem lokalen Lehrer Basiskenntnisse für die Benutzung des Computers geben. Obwohl ich mit dem Computer aufgewachsen bin und diesen ohne Probleme bedienen kann, stellte sich das Unterrichten doch schwieriger dar, als ich angenommen habe.
Übereifrig kommen die Schüler für ihre erste Unterrichtsstunde zum Computerraum, in dem ein Kampf darüber ausbricht, wer zuerst an die 6 vorhandenen Computer darf. Es brauchte einige Stunden, um einen Blick für die entsprechenden Unruhestifter zu entwickeln und diese dadurch zu bestrafen, dass sie als letzte an den Computer kommen.
Beim Erklären, wie man einen Computer an- und ausschaltet bzw. ein Programm startet und beendet, musste ich extrem aufpassen, wirklich jede Einzelheit zu Erwähnen. Das praktische Ausprobieren der Schüler stellte meine Geduld immer wieder auf eine harte Probe. Insbesondere für die Bedienung mit der Maus müssen die Schüler erst ein Gefühl entwickeln, was seine Zeit braucht. Das Problem ist, dass die reguläre Unterrichtszeit von 45 Minuten viel zu knapp bemessen ist, damit die Schüler Zeit zum ausprobieren haben.
In den folgenden Computerstunden taucht bei mir manchmal die Frage auf, ob diese Computerstunden wirklich Sinn machen, da einige Schüler mir noch nicht mal die Maus oder Tastatur zeigen können. Wenn ich dann im Hinterkopf habe, dass noch 20 andere Schüler an den Computer möchten und die Stunde regulär nur 45 Minuten dauert, ist mir teilweise der Geduldsfaden gerissen und ich habe die Kinder in gereizter Stimme angeschnauzt, was weder mir noch den Schülern etwas gebracht hat. Mit mehr Geduld - die man in Kamerun sowieso überall gebrauchen kann - und auch der Bereitschaft eine Aktion zwei oder gar dreimal zu erklären, hoffe ich nun, dass die Schüler lernen, mit dem Computer zu arbeiten. Mit viel Hilfe und Zeit können sie nach 6 Wochen den ersten Satz in ein Textdokument schreiben. Nun hoffe ich, dass die Schüler den Computer nach einem Jahr einigermaßen bedienen können.

A n d e r s .  


Janna Bieker mit kamerunischen Kollegen/innen

Janna Bieker, Freiwillige bei der Organisation „Martin Luther King Jr. Memorial Foundation", einer Einrichtung zur Förderung von Frieden, sozialer Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung in Limbe, schreibt folgendes:

Was hatte ich für eine Vorstellung, bevor ich hier hin kam? Was habe ich erwartet? Was habe ich gedacht?
So wirklich kann ich mich nicht mehr erinnern, denn meine Erwartungen wurden sofort durch die Bilder der Realität ersetzt. Aber Eines weiß ich: Ich habe mir alles anders als zu Hause vorgestellt. Was das betrifft, so hatte ich sogar Recht. Aber dieses „anders" hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.
Bilder von Kamerun vermitteln bestimmte Eindrücke und Inhalte. Solche Bilder habe ich mir vor meiner Ankunft in Kamerun tausendmal angesehen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass dieses Land Afrikas eine völlig andere Welt ist, als die westliche. Das Gefühl, mit dem man in diesem Land lebt, musste einfach ein anderes sein.
Als ich dann schließlich in Kamerun ankam, merkte ich, dass diese Fotos trügerisch waren. Sie gaben mir ein Bild von dem Land, was in dieser Weise gar nicht existiert.
Natürlich ist die Andersartigkeit dieses Landes offensichtlich, verglichen mit meinem eigenen Land. Die Landschaft, das Klima, die Straßen, das laute und bunte Leben in den Städten, das einfache Leben auf dem Land, die herzlichen und gastfreundlichen Menschen, die lebendigen Märkte, die Straßenstände, die Bräuche und Sitten.


Aber so anders auch alles ist, so normal ist es zur gleichen Zeit. Bilder jedoch geben eine Andersartigkeit vor, zeigen eine andere Welt, rufen eine Vorstellung hervor, die nicht mit dem Leben übereinstimmt. Denn sobald man hier angekommen ist, so erkennt man doch, dass Menschen hier eben auch nur Menschen sind. In sich geschlossen, von einer internen Perspektive aus betrachtet, ist das Leben eben völlig normal.
Als ich die ersten Bilder von Kamerun nach Deutschland schickte, merkte ich, dass auch meine Bilder nicht der Situation oder dem Gefühlten entsprachen. Ich habe mir vorgestellt, was man denken muss, wenn man diese Bilder sieht. Dabei habe ich festgestellt, dass dies nicht mit der wirklichen Situation, mit dem Gefühl übereinstimmt. Meine Bilder vermitteln lediglich eine Andersartigkeit, die in der erlebten Situation aber gar nicht auf diese Weise wahrzunehmen ist.
Es ist immer schwierig ein Bild zu übermitteln oder sich ein Bild zu machen.
Und es ist schwierig, von einer außenstehenden Sichtweise, etwas als „anders" zu bezeichnen. Man muss die Erfahrungen einfach selbst machen...

Deutschunterricht .  

Lea Alexandra Newzella, ebenfalls Freiwillige bei der Organisation „United Action for Children", einer Einrichtung zur Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in Buea, schreibt folgendes:

Wie bringt man 8 bis 12 jährigen Kindern Deutsch bei? Nachdem ich gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, der 5. Klasse Deutschunterricht zu geben und ich im ersten Moment begeistert zustimmte, wurde ich nach weiteren Überlegungen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. WIE MACH ICH DAS? Ich war vor ein, für mich nicht ganz einfaches, Problem gestellt.
Ich versuchte die Erinnerung der ersten Englisch-Stunden in der 5. Klasse wieder hervorzurufen und meinte mich zu erinnern, dass wir mit Begrüßungssätzen angefangen hätten.
Nachdem ich es in den ersten Stunden mit „simplen" Ausdrücken, wie „Hallo, wie geht es dir? Mir geht es gut!?" versucht habe, wurde mir durch das Schreiben eines kleinen Tests gezeigt, dass diese kurzen Sätze wohl doch nicht so simpel waren.
Nachdem ich abenteuerliche Ideen wie:
- yana senfists (Wie heißt du?)
- Sefeaunstyscerg (Guten Abend!)
- Tot (Hallo!)
- Tom den (Wie geht es dir?)
gelesen hatte, wurde mir klar, dass ich entweder zu schnell gewesen bin oder die falsche Methode hatte. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer? (Natürlich waren auch welche dabei, die besser waren, aber die hier waren echt der Knaller! Das Wort „Tschüss" macht ihnen übrigens am meisten Spaß!)
Nun gebe ich schon seit ein paar Wochen Deutschunterricht, und mir und den Kindern macht es großen Spaß. Die Kinder haben gelernt von 1 bis 100 zu zählen und im Moment lernen wir die Tage und die Monate. Ich weiß nicht ob es Sinn macht, jemals richtige Grammatik mit ihnen zu machen, weil wenn ich in 10 Monaten weg bin, werden sie sowieso alles wieder vergessen. Deswegen bringe ich ihnen jetzt spielerisch einige Grundbausteine bei.
Und der letzte Test ist auch schon erheblich besser ausgefallen? :-)

Ankunft der ersten Freiwilligen, 22. September 2008 .  


Die Freiwilligen mit den Tutoren ihrer Partnerorganisationen

In Kamerun begrüßte der DED am 22. September 2008 die ersten neun Freiwilligen.

In einem vom DED durchgeführten viertägigen Vorbereitungsseminar erhielten die Freiwilligen vor Ort eine erste Einführung und Orientierung in Kamerun. Neben Themen wie interkulturellem Lernen, Gesundheit (HIV/AIDS) und Sicherheit konnten die Freiwilligen eigene praktische Erfahrungen im kamerunischen Alltag sammeln, so z.B. die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel in Kamerun oder das Verhandeln auf kamerunischen Märkten. Weiterhin waren die Freiwilligen zu einem Gespräch bei der Deutschen Botschaft in Yaoundé eingeladen, und sie lernten die Tutoren ihrer jeweiligen Partnerorganisation kennen. Am 29. September 2008 wurden die Freiwilligen zu ihren jeweiligen Einsatzplätzen begleitet und dort von ihren Partnerorganisationen begrüßt.

 

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